Vielfalt im Gespräch

In der Veranstaltungsreihe „Vielfalt im Gespräch“ werden in fünf 90-minütigen Talks Perspektiven auf eine diversitätssensible und diskriminierungskritische Schulentwicklung entwickelt. Zu diesen Perspektiven gehören neben Aspekten der Governance im Bildungssystem, Reflexionen und Auseinandersetzungen mit der Selbstwahrnehmung von Schulen im sozialen und ökonomischen Kontext ihrer Schüler:innen, der Entwicklung von Schule und Schulkultur, dem Professionsverständnis und dessen stetiger Weiterentwicklung sowie mit den individuellen und organisationalen Voraussetzungen für ein gerechtes und diskriminierungskritisches pädagogisches Handeln.

Auf einen Blick

18.-21.05.2021

Vielfalt im Gespräch: Die Themenwoche zu diversitätssensibler Schulentwicklung

Mit der Themenwoche bieten wir Ihnen Möglichkeiten für Weiterbildung, Austausch und Vernetzung. In Impulsvorträgen, Fachgesprächen und weiteren digitalen Formaten können Sie sich inspirieren lassen und Ihre Fragen einbringen. Im Fokus stehen u. a. diskriminierungs- und rassismuskritische Fachdidaktiken, Fehlerfreundlichkeit und Feedbackkultur im professionellen und Schulleitungshandeln im Kontext diversitätsorientierter Schulentwicklung. Unter den Expert:innen sind u. a. Prof. Dr. Karim Fereidooni, Ritva Grießig, Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu, Dr. Mohini Lokhande, Prof. Dr. Paul Mecheril, Dr. Mark Terkessidis und Margret Rasfeld.

Für Teilnehmende am Projekt „Vielfalt entfalten“ öffnen wir zudem den Raum zum länderübergreifenden Kennenlernen und Austausch.

Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

09.06.2021
16:30-18:00 Uhr

„Vielfalt im Gespräch“ mit Meral El zur Umsetzung von Diskriminierungsschutz an Schulen

Um eine diversitätssensible und diskriminierungskritische Schulentwicklung umfassend zu realisieren, bedarf es Anstrengungen und Veränderungen auf mehreren Ebenen. Meral El, Geschäftsführerin der neuen deutschen organisationen, identifiziert drei Bereiche dieser Veränderungen: Einen wirkungsvollen Diskriminierungsschutz für alle Menschen in der Schule, eine diskriminierungskritische Prüfung von Lehrmaterial sowie die Aus- und Fortbildung von Lehr- und pädagogischen Fachkräften.

Im Gespräch mit Meral El steht der Diskriminierungsschutz im Zentrum. Trotz des Diskriminierungsverbotes an Schulen kennt sie aus ihrer langjährigen Arbeit zum deutschen Bildungssystem zahlreiche Diskriminierungsfälle an Schulen: Betroffene treffen dann häufig auf unklare Definitionen von Diskriminierung, auf ungeregelte Zuständigkeiten und Verfahren sowie unklare Sanktionsmöglichkeiten. Damit bleiben Diskriminierungen häufig ohne Konsequenzen.

Meral El schlägt daher die Einrichtung unabhängiger Beschwerdestellen vor, die die Beschwerden Betroffener mit einem klaren Auftrag verfolgen und die Opfer schützen. Wir diskutieren mit ihr die Chancen und Herausforderungen der Einrichtung solcher Beschwerdestellen sowie ihren Beitrag zu einer umfassenden diversitätssensiblen und diskriminierungskritischen Schulentwicklung.

Meral El ist seit 2019 Geschäftsführerin des bundesweiten Netzwerks der neuen deutschen organisationen e.V. Sie ist Antidiskriminierungsexpertin mit langjähriger Berufserfahrung im NGO und Stiftungs-Bereich. Sie arbeitete zuvor u.a. mit der Open Society Justice Initiative, im Jüdischen Museum und bei Save The Children. Gemeinsam mit Prof. Dr. Karim Ferodooni gab sie 2017 den Sammelband "Rassismuskritik und Widerstandsformen" heraus. 

Bitte melden Sie sich online an, wir freuen uns auf Ihre Teilnahme:
https://eveeno.com/Digitale_Talkreihe

Literaturhinweise zum Thema:

Berliner Netzwerk gegen Diskriminierung in Schule und Kita (2016): Diskriminierungen in Schule und Kitas. Empfehlungen für eine wirksame Informations- und Beschwerdestelle in Berlin. Positionspapier:
http://www.benedisk.de/wp-content/uploads/2016/03/2016_Empfehlungen-Beschwerdest-Diskriminierung-Schule-Kita-Berlin_F_web.pdf

Neue deutsche organisationen (2018): Fact sheet: Bildung inklusiv! – Diskriminierungsschutz im Bildungsbereich umsetzen.
https://neuedeutsche.org/fileadmin/user_upload/Publikationen/RZ_NDO_Fact_Bildung_2_04.pdf

15.09.2021
16:30-18:00 Uhr

Vielfalt im Gespräch mit Sarah-Lee Heinrich zur Rolle der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg

Sarah-Lee Heinrich ist Aktivistin für Soziale Gerechtigkeit.

03.11.2021
16:30-18:00 Uhr

Vielfalt im Gespräch mit Dr. Mona Massumi zu ganzheitlicher Sprachbildung in der Migrationsgesellschaft

Mona Massumi forscht zu erziehungswissenschaftlicher Migrationsforschung, Bildung und Bildungsprozessen im Kontext von Heterogenität und pädagogischer Professionalisierung.

08.12.2021
16:30-18:00 Uhr

Vielfalt im Gespräch mit Prof. Dr. Mechtild Gomolla zu Schulentwicklung in der Migrationsgesellschaft

Mechtild Gomolla ist Professorin für Erziehungswissenschaft, insbesondere interkulturelle und vergleichende Bildungsforschung an der Helmut Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg.

Vergangene Veranstaltungen

24.03.2021

„Vielfalt im Gespräch“ mit Prof. Dr. Nina Bremm zu Designbasierter Schulentwicklung

In den USA werden Ansätze des Design Thinking bereits seit zehn Jahren auch im Schulkontext erprobt. Inspiriert und motiviert von positiven Erfahrungen in den USA, begleiten Prof. Dr. Nina Bremm von der Pädagogischen Hochschule Zürich und Dr. Rick Mintrop von der Berkeley University of California aktuell vier Schulen in Berlin und die jeweiligen Schulaufsichten in einem Modellprojekt der designbasierten Schulentwicklung.

Potenziale einer designbasierten Schulentwicklung

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Vielfalt im Gespräch“ gibt Nina Bremm Einblick in die konzeptionellen Grundlagen dieses Vorhabens. Sie skizziert, dass viele etablierte Ansätze der Schulentwicklung sich durch die Vermittlung komplexer theoretischer Grundlagen und zuweilen auch langwieriger ideologischer Debatten auszeichnen. Die Veränderung der konkreten alltäglichen Praxis kommt häufig zu kurz, so dass die begrenzten finanziellen und personellen Kräfte verbraucht werden, ohne wirkliche Veränderungen zu bewirken. Das Potenzial eines designbasierten Ansatzes sieht Nina Bremm darin, dass eine fundierte Analyse von Herausforderungen und Problemen durch alle beteiligten Personen an der jeweiligen Schule vor Ort stattfindet. Auf dieser Basis können neue und kreative, mithin passgenaue und praktikable Lösungen für genau diese Probleme entwickelt werden. Dies bietet auch neue Möglichkeiten für die Partizipation und Selbstwirksamkeit aller an Schule beteiligten Gruppen und Personen.

Das Design Thinking setzt Ideen schnell in Versuchsschleifen um, die zeitnahe Kurskorrekturen erlauben. Der Fokus liegt klar auf der Veränderung der alltäglichen Praxis. Die Schulgemeinschaft kann dadurch bereits auch kleine Schritte positiver Veränderungen gemeinsam feiern und sich damit für kommende Veränderungen stärken.

Der Impuls von Nina Bremm gibt erste Einblicke in den im deutschen Bildungssystem neuen Ansatz und macht neugierig auf die kommenden Publikationen zum Berliner Modellprojekt.

Literaturhinweise:

Von Ackeren, I., Holtappels, H. G., Bremm, N., Hillebrand-Petri, A. (Hrsg.) (2020), Schulen in herausfordernden Lagen – Forschungsbefunde und Schulentwicklung in der Region Ruhr. Das Projekt „Potenziale entwickeln – Schulen stärken“. Betz Juventa.
https://www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/produkte/produkt_produktdetails/45379-schulen_in_herausfordernden_lagen_forschungsbefunde_und_schulentwicklung_in_der_region_ruhr.html

Mintrop, R. (2019): Designbasierte Schulentwicklung – ein kurzer Abriss. In: Schreiner, C., Wiesner, C., Breit S., Dobbelstein, P., Heinrich, M., Steffens, U. (Hrsg.), Praxistransfer Schul- und Unterrichtsentwicklung. Waxmann, S. 35-48.
https://www.waxmann.com/index.php?eID=download&buchnr=3936

Mintrop, R. (2016): Konzepte der organisationalen und designbasierten Schulentwicklung im US-amerikanischen Kontext. Die Deutsche Schule, Jg. 108, H. 4. S. 399-411.
https://www.waxmann.com/index.php?eID=download&id_artikel=ART102060&uid=frei

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